There are always some music, some voices, some light, some smell that drag at your heart until it beats harder so you cannot breathe, at your feet until they make a stop so you cannot move, at your eyes until they close so you cannot see anything, at your soul until it leaves the body and takes your memories along the silent dark trip, and that remind you of what you have been and where you once were.
It is time.
They say, if you choose someone, you choose a lifestyle. But I´m always thinking, you also choose a lifestyle when you choose one place to live. I hope I don´t have that exaggerated sensitivity of making the quality of my life dependent on where I live, although I´m not really sure if it´s bad or not, and above all, I do think that the place is important.
I had never got so used to one place like I am now. The convenience of the city itself and the advantage out of a deprived situation controversially on the other hand made me once scared even only thinking about being forced to move. Many years ago I heard about something about change. People always tell you that change is a good thing. But all they're really saying is that something you didn't want to happen at all... has happened, and you're heartbroken. There may be two types of reasons why you didn't want it to happen: either you really love it or you're so used to it so you yourself would never reconsider it again.
And then, there always comes the time that someone or something knocks at your head and you suddenly realize, change is the only thing in the world that never changes.
So it is time.
So maybe it's just wrong to stare at the sunshine and try to find out something familiar, because it was and never will be the same. And maybe it´s not a bad idea to choose a lifestyle in the mid-summer night´s light. Change is a good thing. It is time.
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8/20/2011
5/16/2011
Barcelonas Wind
Das erste Mal, als ich wegreiste, nachdem ich nach Europa kam, war ich in
Spanien. Die einzige Reise, die ich hier ganz allein gemacht habe, war auch in
Spanien. Die Eindrücke, die die Hauptstadt mir hinterlassen hat, waren vor
langer Zeit schon verschwommen. Das, was immer wieder vor meinen Augen
zurückkehrt, ist die alleinige Reise.
Ich bin ein Mensch, der seine Erinnerungen gerne mit Jahreszeiten und
Wetter verbindet. Bewusst oder unbewusst. Nachdem es plötzlich so kalt wurde,
dass man fast vergessen hat, dass es eigentlich schon Sommer ist, zeigte der
Himmel heute plötzlich sein schönstes Gesicht, und mit dem
Körper-und-Haare-sanft-streichelnden Wind duftete es in meiner Nase genau so
wie auf dieser alleinigen Reise in Barcelona.
Das ist eine der wenigen Städte, wo ich meine Fussstapfen hinterlassen
habe, die mein Herz bis heute fesseln. Das ist eine Stadt voller Wind. Es war
noch kein richtiger Sommer als ich da war, aber der warme Meereswind wehte von
erster Begegnung an all die Sorgen weg, und fing mich auf, als ich diese Überraschung
noch gar nicht wahrnehmen konnte. Manche sagen, Barcelona sei erst nach den
olympischen Spielen in 1992 zu einer richtigen internationalen Stadt geworden.
Das kann ich nicht beurteilen. Was ich weiss, ist, es gibt wenigstens genau so
viele Filme und Geschichten über Barcelona wie über Paris. In meinen Augen hat
Barcelona sogar noch ein Stückchen mehr an Romantik als Paris. Wenn einer Stadt das
Wasser fehlt, ist sie wie Augen ohne Seele. Dieses Vorurteil sitzt schon seit
ewig tief in meiner Vorstellung drin, ohne das ich einen Ort überhaupt nicht
bewerten könnte. Die Berühmtheit de La Seine ist schon längst dank der
Verschmutzung in die Vergessenheit geraten, geschweigedenn sie mit dem endlosen
sonnigen Mittelmeerstrand in so einer Stadt wie Barcelona zu vergleichen. Und
wenn man vergleichen muss: Statt des Pariser mittelbürgerlichen Künstlerduftes
zieht mich viel mehr die buntgemischte freche Collage Barcelonas an. Dennoch
ist es unfair diese beiden Städte zu vergleichen; denn Paris als der lange Zeit
Mittepunkt Europas kann die Spuren der Geschichte nicht vertuschen. Eigentlich
finde ich Paris auch sehr charmant- nur anders als der Charme mit Herzlichkeit,
Liebenswürdigkeit und Gewogenheit von Barcelona beinhaltet der Pariser Charme
auch eine gewisse Furcht und Respekt.
Vielleicht hat das alles mit dem Reisenden selber zu tun. Ich war wie ein
kleiner Vogel, der endlich aus dem Netz alleine fliegen und nie genug von der
freien Luft atmen konnte. Ich traff meine ewig-nicht-gesehene Freundin und ihre
Freunde; meine Freude war nicht zu verbergen. Beim Tageslicht spazierte ich
rucksacktragend durch Strand, Park, Museen und Gassen, unterhielt mich auf
verschiedenen Sprachen mit Menschen verschiedenster Herkuft. Das kleine Interludium
meiner Reise, dass ich beinah auf der Strasse übernachtet hätte, oder der Dieb,
den ich erwischt habe, als er meine Tasche aufmachte, oder die Verehrer, deren
Gesichter ich mir gar nicht merken konnte... Ist meine Sprache zu mager oder
mein Erinnerungsvermögen zu schwach? Ich kann meine Reise nicht mehr mit
Worten beschreiben. Alles, was mir jetzt vor Augen übrig bleibt, ist Gespür,
Geruch, Lichter und unzählige Foto ähnliche unbewegliche Bilder der Szenen.
Genau wie dieser Wind, der mich wieder zu dem weiten Strand kurz vor meinem
Abflug brachte: die Sonne brennt meinen Rücken, der Wind wehte meine lange
Haare zum Tanzen. Ein Einzelgänger kam und fragte nach einer Zigarette. Wir
gaben uns ein Lächeln, setzten uns wieder hin, sprachen kein Wort. Nur Gedanken
reisten wieder ab in die Ferne. In einem Film, der in Barcelona spielte, sagte
der Mann, „Liebe ist nur dann romantisch, wenn sie unerreichbar ist“. Dann lass
mich diesen einen Moment in Nostalgie und Hoffnung verbringen.
Fado
Fisch sagte, sie sei neidisch auf meine Freiheit. Ich war nicht überrascht.
Das war nicht das erste Mal, dass sie mir das sagte. Dennoch brachten mich ihre
Worte immer wieder zum Nachdenken.
Ich machte mein Fenster auf und ließ die feuerrote Abendsonne meinen
Körper streichen. Der kühle und doch warme Wind brachte mir sommerliche Gefühle. Eine Zigarette, ein Glas Weisswein, ein paar leckere Oliven... Ich
suchte meine Fado CD wieder raus und mein Herz war bereit zu fliegen.
Der Süden! Mein heißgeliebter Süden! Die feinfühlige, melancholische Fado
Musik brachte mich zurück nach Portugal, zu der Wärme und ihrer Schönheit.
Die gebogenen, gekrümmten Gassen der Hafenstädtchen, die weißen Dachziegeln und
blau gestrichenen Wände, die vor der Tür sitzenden, sich unterhaltenden alten
Herren, das unwiderstehliche durch Fenster in die Straßen drängende Aroma von
Omas Rezept, der ruhige Spaziergang nach dem Abendessen am Strand... Für
Stadtkinder wie mich ist der Sonnenuntergang am Meer unbeschreiblich. Der geistige
Horizont streckt bis dort, wo die Sonne verschwindet. Und wenn Lichter der
Stadt heller werden und der Himmel dadrüber zum Sternemeer wird, kehrt man zurück
beim Lauschen der Wellen in der Ferne und Fußgänger, die einem entgegen kommen.
In der Hauptstadt Lisabon allerdings fängt das Leben gerade wieder an. Außerhalb
der Stadt hört man auch das Meer; inner gibt es auch unzählige gebogene und
gekrümmte Gassen; es sind zwar viel mehr Lichter als in anderen Städtchen aber
nicht unbedingt viel heller; zwischen den Straßen herrscht das ähnliche Aroma,
das aber ohne Fado sich kaum abschmecken lässt. Fado ist die mit französischer Chanson
vergleichbare traditionelle portugesische Musik, die von Generation zu
Generation weitergegeben wird. Es war mal die Zeit, dass noch alle
Familienmitglieder abends zusammen essen gingen und dabei Fado live genoßen. Heutzutage
ist es eher eine Touristenattraktion geworden. Das kommerzielle mag die
Ursprung von Fado in die Vergessenheit getrieben haben, auf gar keinen Fall aber ihre
Schönheit. Für mich ist Fado sogar viel mehr herzensgreifend. Sie ist immer
wohlklingend, erzählend wie ein kleines Bach aus einer klaren, saften Wasserquelle,
das gerade flussabwärts runterfließt. Und sie ist so melancholisch, so
blendend, wie ein frisch verliebtes Mädchen, das sich von seiner
leidenschaftlichen Liebe nicht trennen könnte. Weniger volltönend und klar als
spanische Musik, ein Hauch mehr Bitterkeit als französische gewürzt mit
romantischen Träumen. Sie hat die arabische Einflüsse perfekt aufgenommen
dennoch ihren eigenen Stolz und ihre Würde kein bisschen gerührt. Sie ist wie
das Land, das sie geboren hat, voller Schönheit und Zärtlichkeit, unnachgiebig
beharrlich jedoch tolerant und nachsichtig. Sie ist zwar still, aber die enorme
Kraft hinter dieser Stille ist nicht zu übersehen. Keine Frage, Fado-Versteher
sind Fado selbst.
Auch wenn sich der Körper nicht frei bewegen
kann, ist die Seele noch frei zu fliegen. Alles, was ich will, ist fleißig
leben.
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